Activsion/Blizzard schnappt sich Major League Gaming (MLG)

Die aktuelle Entwicklung des eSport bleibt spannend. Nun kauft Activision/Blizzard auch noch das Projekt MLG (Major League Gaming). Diese gehören zu den Big Playern der eSport Szene. Große Events, Stream Übertragungen und eigene Ligen hat sich die MLG seit ihrer Gründung 2002 aufgebaut. Kritik gibt es von den eigenen Aktionären. Nicht alle sollen über diesen Deal bescheid gewusst haben. Warum sollten, die führenden Köpfe einige ihrer Kollegen diese News vorenthalten und was bedeutet es für Activision/Blizzard, wenn sie Besitzer der MLG sind?

eSport in der Mitte der Gesellschaft

 

Mittlerweile wissen wir ja das die großen Konzerne EA und Activision/Blizzard den eSport auf ein neues Level heben wollen. Natürlich geht es ihnen dabei auch um die Vermarktung ihrer eigenen Spiele. Nun da einer der größten eSport Veranstalter (MLG) mit einer der mächtigsten Spieleschmieden (A/B) UND auch noch dem ehemaligen CEO der ESPN Steve Bornstein (Dem amerikanischen Sport TV Sender) fusionieren, steht es wohl außer Frage, dass Blizzards kompetitiven Hausmarken: Overwatch, Starcraft, Hearthstone oder Heros of the Storm nicht nur eine spezielle Interessensgruppe anpeilen.

Was macht man also mit Fischen, die zu groß für ihren Teich werden? Richtig. Man wirft sie in einen Größeren!

Der eSport Markt möchte expandieren und dies wird nur möglich, wenn neue Käufer und Konsumenten hinzukommen. Ich kann mir vorstellen, dass Blizzard seine Zielgruppe kennt und auch sehr gut weiß, was die Menschen haben wollen, die nichts mit dem Image eines Pro-Gamers anfangen können.

TV oder Internet? Wo gehört der eSport hin?

Im Internet herrscht momentan noch eine Goldgräberstimmung, wenn es um Entertainment geht. Plattformen wie TwitchTV oder YouTube finden sich gerade selbst und es herrscht ein riesen Wirrwarr. Das ist im klassischen TV nicht so. Wenn man den TV einschaltet ist alles geordnet. Da gäbe es die öffentlich Rechtlichen Sender, die so tun als ob sie ein bisschen mehr Bildung liefern und dann gibt es noch die Privaten Sender, von denen man sich berieseln lässt bis einem das Hirn weggerieselt ist.
JEDOCH sind sowohl das Internet, als auch das Fernsehen Massenmedien die funktionieren. Dies ist nicht von der Hand zu weisen. Wenn es also eine Anlaufstelle im Internet gäbe, wo Experten und Anfänger eSport konsumieren können, fließen die Zuschauer recht schnell zu einem Internet Sender. Die Konsumenten werden quasi gebündelt.

David-Beckham-phone-numberrekklesAnders müsste es beim klassischen TV laufen. Hier gilt es immer noch Akzeptanz für das Medium zu schaffen. Computerkinder, die von Nerds (in zugegeben) großen Hallen bejubelt und applaudiert werden, sind einfach noch nichts gegen den 08/15 Fussball oder Football Fan, der im Station ausrastet. Mit diesen Gesichtern identifizieren sich die meisten Menschen der westlichen Welt nun mal. Das braucht jetzt auch keiner abstreiten, is doch so!?

Wenn ein Pro Gamer in den Medien aufgestellt werden würde, wie ein David Beckham oder Michael Schuhmacher, würde das bestimmt viele Laien anziehen, die nichts oder nur wenig mit Gaming zu tun haben. Stars werden immer imitiert. Die nötige Finanzkraft für solch ein Marketing wollen die Spieleentwickler jetzt anscheinend auf den Tisch legen.

MLG, Schulden und interne Streitereien. Ist die Übernahme ein Fluch oder Segen?

Die Major League Gaming besteht aus vielen Aktionären. Die einen haben etwas mehr Geld in dieses Projekt investiert, die anderes etwas weniger. Intern herrscht derzeit ein ziemlicher Unmut, weil „Aktionäre zweiter Klasse“ nicht von der Übernahme A/B informiert gewesen sein sollen. Zumindest nicht rechtzeitig.
Es ist auch kein Geheimnis, dass sich die MLG in den letzten Jahren schwer verschuldet hat. Sie haben zwar etwas großes und wertiges aufgebaut aber anscheinend kam nach den Investitionen nicht genug Geld in die Kassen.

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Ich bin mir nicht sicher, ob die Übernahme nun eine Rettung oder den Untergang für die Major League bedeutet. Mit Sicherheit trennt man sich nun von einigen Aktionären und strukturiert intern eine Menge um. Es könnte also einen Aderlass von gezwungenen Kompromissen bedeutet, die sie aufgrund ihrer finanziellen Not bisher ertragen mussten.
Genauso gut könnte es sein, dass die MLG so wie sie war bisher am besten funktioniert hatte und nun wird alles in ein Konzept gepresst, dass nicht funktionieren wird.

Kein Plan… beide Szenarien können natürlich eintreffen.

Ich bin allerdings guter Dinge. Die Positionen wurden mit den perfekten Leuten besetzt. Sie ziehen alle an einem Strang. Was kann man sich also mehr für den eSport wünschen?

 

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