„Being Indie“ eine Kurzdoku über deutsche Indie-Entwickler

Auf Twitter bin ich heute durch Gunnar Lott (wer ihn nicht kennt, googlen. Sofort!) auf ein kurzes aber schönes Stück Bewegbild der deutschen Spielekultur gestoßen. Die Kurzdoku „Being Indie“ ist ein Einblick in die Welt der deutschen Indie-Entwickler. Als Vorzeige Entwickler wurden Deadalic Studio West, Piranha Bytes, Studio Fizbin und Deck13 heran gezogen. Wie sieht es bei einem Indie-Entwickler zuhause aus? Lauscht gespannt ihren Meinungen über den Überlebenskampf in der Gamesbranche, ihre eigene Definition als Indie-Entwickler UND das heikle Thema „Publisher“. Direkt am Anfang der Dokumentation bekommen wir das Studio der Piranha Bytes zu sehen. Ich wurde direkt entzaubert. Ihr Büro ist ein gemütliches Einfamilienhaus. Vorstadtidylle statt Großraumbüro. Ich dachte immer, dass die PB mitlehrweile in cleanen Büroräumen untergebracht sind.

 


 

Natürlich zeigt das Video die romantische Erfolgsgeschichte von unabhängigen Entwickler Teams. Es wird auch nicht wirklich über die Ups and Downs der Studios geredet. Trotzdem dient es der Aufklärung und das ist der springende Punkt bei der Sache.

Man könnte die Indie-Branche im Prinzip auch mit einer Gladiatoren Arena vergleichen. Geprägt von einer gewaltigen Masse von Entwicklern, schaffen es die meisten halt nicht zu bestehen. Geschweige denn einen nachhaltigen zu Lebensstandard auf die Beine zu stellen.
Wenn man aber überhaupt nicht erst anfängt seine Träume zu verfolgen, dann wäre unsere Welt ein ziemlich langweiliger Ort.

Andreas Suika (Deadalic Studios West) sagt in der Dokumentation etwas sehr treffendes zu seinem Bezug zu Games.
Spiele machen, wäre damals für ihn genauso gewesen, wie wenn man davon Träumt nach Hollywood zu gehen. Eigentlich ist es keine richtige Option.

Nun ist er eben Chef eines Spieleentwickler Studios.

Dies ist einer der Gründe warum ich einen Blog gestartet habe. In der Hoffnung, dass der ein oder andere Zocker vielleicht anfängt sich zu informieren. Denn seien wir mal ehrlich. Es gibt sehr viele Menschen, die ihre Berufung suchen. Die Gamesbranche bietet sehr viele Möglichkeiten sich kreativ auszulassen. Leider sehen viele nicht den Arbeitsmarkt hinter den Spielen.

Die Gamesbranche ist nicht Hollywood! Es ist nicht utopisch sich hier seinen Platz zu verschaffen. Okay, genug der Rocky Motivationsreden geschwungen. Back to Business…

 


Unter anderem wird über die eigene Definition gesprochen. Was genau macht denn jetzt einen „Indie“ Entwickler aus? Ist er kein cooler unabhängiger Entwickler mehr, wenn ein großer Publisher mit einer Idee an einen heran tritt und sagt: „Ey, wir haben da diese Idee. Setzt das doch mal um“.
Nutzt ein kleiner Entwickler für sein Game die Marketing Stärke eines Publishers, ist er direkt verpönt?

Mir kam es so vor, als ob die interviewten Herren das Bedürfnis hatten, sich für die Kooperation mit Publishern zu rechtfertigen. Allein weil dies ein ewiges Thema in der Szene ist.

Hier, jetzt mal ganz ehrlich… diese Diskussion ist doch sowas von dumm und unnötig! Wenn das Spiel im Endeffekt einfach gut ist, ist es mir doch vollkommen egal, wie es zustande gekommen ist. Hauptsache es unterhält mich oder bietet mir etwas Neues.

Das Thema des unabhängigen Indie-Künstler ist (nicht nur in der Gamesbranche) von unserer ekelhaften Neidgesellschaft durchzogen.

Dieses Thema kotzt mich auch in der Musikbranche tierisch an. Es existieren dermaßen viele Bands und Musiker, die mehr an ihren Ruf als Künstler denken und sich total in „ihrer Kunst“ verlieren. Anstatt einfach mal nen guten Song heraus zu bringen.

Diese Leute sind nicht im Gedanken bei der Musik, sondern bei ihrer dummen-, Weichei geprägten Berlin-Mitte Einstellung. Weil die anderen Künstler-Kumpels ihnen sonst sell out vorwerfen.

Fuck it… zurück zum Thema.

Andreas Suika von Daedalic fasst es nochmal gut zusammen:

„Ich halte mich zu der Diskussion gerade heraus, weil die mir zu hitzig ist. Ich glaube das ist auch gar nicht wichtig. Ich glaube in Deutschland ist es momentan eher mal wichtiger, dass wir gute Spiele herausbringen, statt die Diskussion zu führen wer jetzt Indie ist und wer nicht.“

 


 

Alles in Allem haben sich diese 15min doch schon sehr gelohnt. Ich habe mir noch keine Kommentare oder sonstiges Medienecho dazu durchgelesen. Wenn meine Meinung streitbar ist, lese ich mir auch gerne andere Sichtweisen auf Twitter, Facebook oder sonstwo durch.

 

2 Antworten auf „„Being Indie“ eine Kurzdoku über deutsche Indie-Entwickler“

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