Nintendo Quest: Eine retro Doku mit Herz

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Momentan interessiere ich mich für Lektüre und Dokumentationen rund um Videospiele. Wie hat sich der Markt über die Jahre Entwickelt? Welchen Werdegang haben Unternehmen wie Nintendo und Blizzard hinter sich gebracht? Was haben Fans bisher als Kulturgut hinterlassen und so weiter…
So bin ich auch auf die Doku „Nintendo Quest“ gestoßen. Eventuell richte ich mal eine Rubrik ein, die sich mit Dingen beschäftigt die man gesehen haben sollte. 

Dem Titel nach zu urteilen könnte es sich bei Nintendo Quest auch um eine Dokumentation über Nintendo selbst handeln. Davon bin ich auch zuerst ausgegangen. Der Film bezeichnet sich allerdings selbst als „The Most Unofficial and Unauthorized Nintendo Documentary Ever!“. Rob McCallum und Jay Bartlett sind aber lediglich zwei Dudes, die Videospiele lieben und eine gute Idee für einen Film hatten. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht alle 678 Spiele des Nintendo Entertainment System (NES) innerhalb von 30 Tagen zu sammeln. Ohne die Hilfe des Internet!

Was die Doku ausmacht…
Jay und Rob sind Typen, die mit Nintendo aufgewachsen sind. Jay sammelt Games und Rob produziert glaube Medienkram. Durch die selbst auferlegte Online Sperre, bleibt den beiden Jungs nichts anderes übrig, als selbst die Läden abzuklappern oder andere Sammler zu besuchen und mit ihnen von Angesicht zu Angesicht zu verhandeln. Dabei treffen sie allerhand Urgesteine und andere Sammler, die zwischendurch ein paar Anekdoten zum besten geben. Hier und da erfährt man auch ein bisschen was über Meilensteine, die Nintendo im Laufe der Jahre gesetzt hat.
Ende der 80’er oder in den 90’er wäre keiner auf die Idee gekommen darüber eine Doku zu drehen. Jetzt im Zeitalter des elektronischen Warenkorbes, ist es schon lohnenswert das Verhalten eines prähistorischen Videospiel-Jägers festzuhalten.

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Ein Mix aus Stand By Me und Man Cave
Ich würde mich jetzt nicht selbst als „Collector“ bezeichnen. Eigentlich bin ich sogar ziemlich weit weg davon einer zu sein aber während ich mir diese Doku Abends angeschaut habe, dachte ich mir so:

„Eigentlich ist es schon eine tolle Sache dieser Community anzugehören. Man teilt die gleiche Leidenschaft und Wertschätzung für eine Sache. Die Leute tauschen sich aus und bleiben in Kontakt zueinander. Sie treffen sich gesammelt auf Messen. All diese Dinge sind im Internet immer noch vorhanden, allerdings viel anonymer.“

Es macht natürlich einen Unterschied, ob man sich gegenseitig auf sozialen Netzwerken folgt und die Kommunikation hauptsächlich durch Likes stattfindet oder ob man sich die Mühe macht und zu einer Person nach hause zu fahren und eine echte Bekanntschaft/Freundschaft aufbaut.


Fazit
Nintendo Quest ist wirklich keine High Class Produktion. Das möchte die DVD auch überhaupt nicht sein. Es ist ein Projekt von zwei Freunden die einfach nur eine Idee hatten und sie umsetzten. Für mich wird die Dokumentation dadurch sehr sympatisch. Als jemand, der sich nicht in der „Sammler-Szene“ auskennt, bekommt man einen guten Einblick in den finanziellen Wert einer alten Nintendo Sammlung. Mir hat es fast die Schuhe ausgezogen als ich gesehen habe, dass es alte Spiele von Nintendo gibt, die 70.000$ wert sein sollen.
Ich mein 70.000$?! Mir bedeuten meine liebsten Spiele auch sehr viel aber wenn ich meine schönsten Videospiel Erfahrungen gegen 70.000$ eintauschen könnte würde ich das SOFORT tun… hier nimm sie. Ich habe noch genug andere schöne Erlebnisse in meinem Leben gehabt.
Allerdings kann ich es auch sehr gut nachvollziehen wenn man alte Reliquien aus seiner Kindheit behalten und pflegen möchte. Manche Erinnerungen sind eben nicht mit Geld aufzuwiegen.

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