„Spielen macht klug“ – Die andere Seite des Spiegels

 \"Spielen macht klug\" - die andere Seite des SpiegelsAls würden der Spiegel und ich den selben Gedanken gehabt haben…Fast zeitgleich zum Release meines Blogs, bringt der Spiegel eine Titelstory mit dem Namen „Spielen macht klug“ heraus. Ausnahmsweise hat ein Massenmedium mal keine Kritik an Videospielen auszusetzen und die Message ist ganz deutlich zu erkennen: Videospiele müssen in Deutschland als Kulturgut anerkannt werden!

 

Im Kern sagt der Artikel genau das aus, womit ich mich mit diesem Block bemühe. Videospiele und die Kultur dahinter sollten nicht um ihre Existenzberechtigung in der allgemeinen Popkultur kämpfen müssen. Ich bin der Meinung, dass Spiele als Entertainment-Medium, wie etwa Filme, Musik oder Freizeitaktivitäten gesehen werden sollten. Jede Art von Verein hat auch einen hohen kulturellen Wert, denn dadurch werden Bekanntschaften unter Gleichgesinnten geschlossen. Selbiges gilt für Multiplayer Games, bei denen sich Freunde mit einem gleichen Hobby beschäftigen, bis hin zu den Massiv Multiplayern, in denen sich komplette soziale Netzwerke aufbauen mit all ihren positiven und negativen Eigenschaften. Natürlich gilt es hierbei auch, wie bei allen anderen Beschäftigungen, einen „gesunden“ Konsum zu entwickeln. 

Der Spiegel gibt sogar zu, dass soziale Eigenschaften durch Computerspiele gefördert werden können. Ihre Argumention ist dort leider etwas flach gehalten, deswegen erlaube ich mir dem Magazin, bei der Begründung dieser Aussage, etwas unter die Arme zu greifen…

Die Kriterien für soziale Akzeptanz- bzw. soziales Verhalten gegenüber Anderen sind in Spielen die gleichen wie im echten Leben.

Verhältst du dich egoistisch, möchtest nicht teilen oder hast Spaß daran, anderen ein Bein zu stellen, kannst du in einem online-Spiel nicht „erfolgreich“ werden. Die besten Belohnungen und die größten Errungenschaften sind immer nur in einer gut funktionierenden Gruppe möglich.

Natürlich könnte man hier gegen argumentieren und dieses Gruppenspiel als Zweckgemeinschaften darstellen. Dann wären Arbeitsplätze allerdings auch Zweckgemeinschaften. Kein Mensch bleibt lange bei seinem Arbeitsplatz wenn er- oder sie sich nicht integrieren können. Es zieht uns immer zu dem Ort, an dem wir gut mit anderen Menschen auskommen, selbst wenn es um den Lebensunterhalt geht.

Der Artikel geht aber mit seinen Zugeständnissen noch ein Stück weiter und versucht der breiten Masse zu erklären, dass Spiele auch pädagogisch wertvoll seien können. Zudem sind sie eine stark anwachsende wirtschaftliche Industrie und sollen sogar im medizinischen Bereich als Behandlungsinstrument dienen können.

Nunja… wollen wir die Kirche doch mal im Dorf lassen, lieber Spiegel !

 

Spiele unterhalten und machen Glücklich, was wiederum bei der Genesung helfen kann, schön und gut aber das machen tausend andere Dinge auch.

Meiner Meinung nach ist der Artikel an dieser Stelle ein bisschen krampfhaft in ein gutes Licht gedrängt worden.

Interaktive Klassenräume, in denen es bald moderne Schiefertafeln (Tablets) geben wird, sind meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit. Ich würde es auch begrüßen, wenn die schulische Ausrüstung an den richtigen Stellen digitalisiert werden würde aber ich will in erster Linie, dass Kinder zuerst einmal lernen wie man mit einer Schere, Klebstoff und der eigenen Phantasie umgeht, bevor ich es mit Spielen oder Apps beschäftigt halte.

Mal abgesehen davon würde die ganze Soft- und Hardware ein Vermögen kosten und ich möchte auch ganz bestimmt keine Steuererhöhung.

Ist das vielleicht der Sinn hinter der positiven Publicity? Man weiß es nicht…

 

Für das Zugeständnis des Spiegels, welchen man als Massenmedium bezeichnen muss, kam jedoch nicht viel positives Feedback aus der Gaming Szene zurück. Anstatt sich darüber zu freuen, dass es in einer Spiegel Titelstory mal nicht um Amokläufer oder Anklagen geht, wurden Erbsen gezählt und besserwisserische Zeigefinger entgegen gestreckt. Die genannten Beispiele seien ja überhaupt keine Neuheiten und Gamer haben es nicht nötig von der Spiegel-Leserschaft akzeptiert zu werden.

Und hier frage ich mich dann: „Merkt ihr denn nicht, dass ihr auf diesem Wege erst recht nicht als ernst zu nehmende Redakteure wahrgenommen werdet?“

Natürlich sollte man bedenken, dass der Artikel für Insider recht wenig informativ ist, aber in diesem Fall ist es doch die Handlung an sich, die anerkannt werden sollte, anstatt über die Qualität des Berichts zu meckern? Ich stimme definitiv zu, wenn Kritiker sagen, dass der Spiegel mehr Qualität im Thema hätte liefern können aber im Endeffekt ist es ein Artikel für die breite Masse. Mütter, die nicht den sozialen Aspekt hinter diesem ganzen „Online-Apparat“ erkennen können und ihre Kinder lieber in den regionalen Dorfverein schicken. Oder Frank von der Bank, der das Internet nur benutzen möchte um seine Emails zu checken, etwas zu googlen und mal auf Facebook nach sieht, was in seinem Bekanntenkreis passiert. 

Laien, dessen Horizont eben etwas erweitert werden soll.

 

 

 

 

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