Was ist eigentlich die devcom?

Devcom Developer Conference 2017 Bildquelle: devcom.global

Devcom Developer Conference 2017 Bildquelle: devcom.global

Ein neues Event über Videospiele erblickt das Licht der Welt. Genauer gesagt, wahrscheinlich die Konferenz rund um das Thema Game Development in Europa. Das besondere an der devcom – developer conference ist ihre internationale Ausrichtung. Obwohl es sich um eine Premiere der Veranstaltung handelte, wusste sie abzuliefern. Keine technischen Ausfälle, eine angenehme Atmosphäre zum unterhalten und jede menge Wissen aus verschiedenen Ländern.

Fakten zum Auftakt der Devcom:

  • 3.000 Besucher
  • 200 Speaker
  • 140 Sessions
  • Rund 350 internationale Journalisten

Ruft das Volk zusammen, der Adel hat Nachwuchs!

Als Kind des BIU (steht für: Bundesverband Interaktive Unterhaltung), großgezogen von ARUBA Events (Quo Vadis, Respawn und Deutscher Entwicklerpreis) und kleinen Schwester der Gamescom, kann man der Devcom einen Stand im Adel der deutschen Gaming Veranstaltungen wohl kaum absprechen. Bleiben wir bei dieser Metapher, weil es so schön passt. Fachmessen oder Konferenzen sind in der Regel eine Sache für sich. Menschen, die sich auf ihnen wohl fühlen, sind sowieso ein etablierter Teil der Branche. Andere Menschen, die in diesen Kreisen aufgenommen werden wollen, buhlen unentspannt um die Gunst derjenigen, die sich wohl fühlen.
Wieder andere Menschen fühlen sich einfach vom Chef genötigt pro aktiv Hände zu schütteln und die Gelegenheit zur Weiterbildung zu nutzen.

In meinen Augen hat diese Konferenz es geschafft ihr Fachwissen auf mehreren Ebenen gleichzeitig gut zu vermitteln.

Was meine ich damit?

Speaker und Publikum auf Augenhöhe

Brendan Greene - PLAYERUNKNOWN’S BATTLEGROUNDS/ Quelle: Cristina Lamyon (Aruba Events)

Brendan Greene – PLAYERUNKNOWN’S BATTLEGROUNDS/ Quelle: Cristina Lamyon (Aruba Events)

Nun, immer wenn ich mich auf ähnlichen Events in anderen Branchen bewege, spüre ich beispielsweise eine große Distanz zwischen Speakern (Mentoren) und dem Publikum (Schüler). Lustigerweise ist die zwischenmenschliche Distanz immer dann am größten, wenn Speaker am wenigsten Inhalte liefern und stattdessen durch eine spießige Show auffallen wollen. Auf der Devcom fanden die meisten Vorträge auf einer kleinen Erhöhung, direkt vor dem sitzenden Publikum statt. Keine große Bühne oder Spotlight-Spektakel für Selbstdarsteller, die sich oder ihr Produkt präsentieren. Mir ist keine auffällige Abgrenzung für „VIPs“ aufgefallen dafür aber die Gespräche, die nach einem Vortrag entstanden.
Ohne scheiß, ich hatte das Gefühl, es gab niemanden der direkt nach seinem Vortrag abmarschiert ist. Publikum und Speaker haben Hände geschüttelt, Karten ausgetauscht und sind miteinander ins Gespräch gekommen.

Zum größten Teil kann dieser respektvolle Umgang miteinander natürlich den geilen Menschen selbst zugeschrieben werden. Wenn eine Veranstaltung allerdings mit ihrem Setting und ihrer Kulisse eine solche Atmosphäre unterstützt, werden sich auch die schüchternsten Besucher in Smalltalks stürzen.

 

Internationales Know-How auf einem Platz

Global Mobile Game Confederation (GMGC) - Quelle: Cristina Lamyon (Aruba Events)

Global Mobile Game Confederation (GMGC) – Quelle: Cristina Lamyon (Aruba Events)

Natürlich kann die Sprachbarriere ein großer Stein im Weg sein, wenn man sein Anliegen nicht vernünftig kommunizieren kann. Wenn der Franzose und der Inder neben einem aber die gleichen Sorgen haben, verlässt man seine Komfort Zone doch recht schnell. Menschen bringen höchst interessante Themen und Erfahrungen aus anderen Ländern und somit auch aus anderen Märkten mit. Ein internationaler Austausch ermöglicht einem aber nicht nur höhere Verkaufszahlen, sondern bietet auch viele neue Impulse und Ideen. Das Aufeinander treffen aus aller Welt öffnet für Developer die Tür zu einem weltweiten Netzwerk. Ein sehr wichtiger Aspekt, wenn es darum geht dem eigenen Unternehmen die Existenz langfristig zu sichern und bessere Spiele entwickeln zu können.

Ganz nach dem Motto: „Reisen bildet“ sollte man nicht die Gelegenheit auf einen globalen Schnack verpassen.

Technische Raffinessen

Die Good Vibes auf der Devcom waren mit Sicherheit auch ein Ergebnis der angenehmen Akustik. Auf Messen oder Konferenzen herrscht in der Regel ein unerträglicher Geräuschpegel. Die Menschen reden, tuscheln und schreien gleichzeitig. In dieser Atmosphäre unterhält man sich nicht gerne intensiv mit einer fremden Person. Mit Hilfe von Funk-Kopfhörern konnten Besucher entspannt aus einigen Meter Entfernung ihrem Speaker zuhören, ohne dass ihnen irgendwelche Details entgehen hätten können. Dieses Feature sorgte auch für eine klare Kommunikationsbereitschaft…oder eben keine. Obwohl ich gelegentlich alleine in der Gegend herum stand und Notizen auf meinem Smartphone machte, wurde ich nicht gestört. Da jeder sah, dass ich meine Kopfhörer auf hatte. Die Blicke der Menschen ohne Kopfhörer auf den Ohren trafen sich dagegen fast schon automatisch.

Es war jederzeit möglich zwischen vier Speakern hin und her zu schalten, ohne seinen Platz zu verlassen. Die Besucher konnten außerdem ihren individuellen Programm Ablauf auf der Website zusammen stellen und sahen dadurch auch, wer von ihren Freunden ebenfalls an diesem Panel teilnehmen wollte. Die Devcom stand der Interaktivität des Mediums Videospiele in keinster weiße nach und zumindest während meines Tagesablauf gab es keinerlei technischer Störungen oder WLAN Abbrüche. Good Job!

 

Fazit

Die Devcom möchte keine Veranstaltung sein, die einem vermittelt wie künstlerisch wertvoll Videospiele sind. Es ist eine Konferenz auf der man sich, trotz ihrer Größe, wohl fühlen kann. Bereits mit ihrer ersten Ausgabe ist die developer conference ein Muss für jeden der sein Hobby zum Beruf machen möchte. Das vielseitige Angebot an Wissen rund um das Thema Game Development wird aufgrund seiner individuellen Programmgestaltung Maßgeschneidert weiter gegeben. Möchte man von der Veranstaltung allerdings möglichst viele Kontakte und Wissen mitnehmen, sollte man seine Hausaufgaben ausführlich gemacht haben oder bereits seine Zielpersonen kennen. Wer darauf wartet einen Publisher anzusprechen oder zufälligerweise seinen Business plan dabei hat, bekommt auch die Möglichkeit im „Meet to Match“ gezielt die Richtigen Leute zu treffen. Ohne einen eigenen Guide durch den Tag, wird man aber wahrscheinlich zu viele gute Erlebnisse verpassen. Umso besser, dass eine Fortsetzung für 2018 bereits fest steht.

2 Gedanken zu “Was ist eigentlich die devcom?

    • Puuuh, leichter wäre die Frage was es nicht gab. Themen wie Sound Design, Development Trends, Erfahrungsberichte & Learnings für Gründer und Studenten, Frauen in der Branche oder Publishing im Ausland sind nur einige Beispiele. Ich hatte mir hauptsächlich den Bereich Projektmanagement und Marketing angesehen. Hier findest du eine Auflistung der Sessions und Speaker https://devcom2017.sched.com/grid-full/#_2017-08-20 🙂

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